Wenn seelische Verletzungen krank machen

Traumen und Stress können langfristig psychische und körperliche Störungen verursachen. Diese Zusammenhänge werden heute immer besser verstanden. Es existieren neue Therapieansätze.

Traumatische Erfahrungen wie Todesangst, Gewalt, Verfolgung, Verlust, Missbrauch oder Vernachlässigung können die eigenen Bewältigungsstrategien übersteigen. Betroffenen gelingt es oft über Jahre nicht, sich aus den schrecklichen Erinnerungen zu befreien. Sie werden ständig vom Erlebten eingeholt und verfolgt.

Die Folge ist eine posttraumatische Belastungsstörung (PTBS), die zu Depressionen, Angststörungen, Suchtkrankheiten, aber auch zu chronischen Schmerzen, kardiovaskulären und auch immunologischen Krankheiten bis hin zu Krebserkrankungen führen können.

Erfährt ein Kind ein solches Trauma, so können sich die negativen Auswirkungen erst im Erwachsenenalter bemerkbar machen.

 

Gen-Umwelt-Interaktion

In den letzten Jahren ist es gelungen, mittels neurobiologischer und molekularer Forschung Einblicke zu gewinnen, wie solche tiefen seelischen Spuren entstehen können. Dass Gen-Umwelt-Interaktionen bei der Entstehung eines PTBS eine wichtige Rolle spielen, gilt heute als gesichert.

Der entscheidende Faktor bei der Enstehung eines PTBS ist die "Anzahl" der erlebten traumatischen Ereignisse. Das Risiko für eine PTBS ist jedoch auch genetisch determiniert: Die genetische Ausstattung beeinflusst die Auswirkung eines Traumas auf Stressreaktivität, Immunsystem, Hirnstrukturren und -funktion.

Überdies sind genetische Faktoren auch maßgeblich dafür verantwortlich, ob eine traumafokussierte Psychotherapie erfolgreich ist.

Im Einzelfall muss entschieden werden, ob eine Psychotherapie, eine Hypnotherapie, eine Implantat-Akupunktur oder anderes getan werden muss, um die körperlichen und psychischen Symptome zu verringern.